Ursachen für Mängel im Epoxidharz
Es gibt mehrere Ursachen für Oberflächenfehler wie Flecken, Schrumpfung oder die Bildung eines unerwünschten Films auf Epoxidharz. Diese Probleme gehören zu den häufigsten Fragen bei der Arbeit mit Epoxidharz. Nur in Ausnahmefällen liegt die Ursache am Harz selbst – meist sind es die Umgebungsbedingungen oder falsche Arbeitsweisen.
Was verursacht also Defekte im Epoxidharz und wie kann man ihnen vorbeugen?
Hohe Luftfeuchtigkeit
Eine der häufigsten Ursachen für Flecken im Epoxidharz, Schrumpfung oder die Bildung eines weißen Films ist hohe Luftfeuchtigkeit. Die Arbeit mit Harz wird bei Regen, Nebel oder in der Nähe von Gewässern nicht empfohlen. Auch das Lüften über offene Fenster in feuchten Perioden kann problematisch sein.
Ideal ist die Arbeit in einem trockenen, warmen, geschlossenen, aber gut belüfteten Raum. Die Luftfeuchtigkeit sollte während der Arbeit mit Epoxidharz regelmäßig kontrolliert werden, zum Beispiel mit einem Thermo-Hygrometer. Generell wird empfohlen, nicht mit Harz zu arbeiten, wenn die relative Luftfeuchtigkeit über etwa 30–40 % liegt.
Wenn Sie wissen, dass Ihr Arbeitsbereich eine höhere Luftfeuchtigkeit hat, empfehlen wir die Verwendung widerstandsfähiger Harze, die getestet wurden und problemlos auch bei etwa 60 % Luftfeuchtigkeit funktionieren. Dazu gehören die Harze Fluid, 5-five und Sea&Geode.

Oberflächenschrumpfung durch hohe Luftfeuchtigkeit
Niedrige Temperatur bei der Arbeit mit Epoxidharz
Niedrige Temperaturen bei der Arbeit mit Epoxidharz, oft in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit, erhöhen das Risiko von Oberflächenfehlern und schlechter Aushärtung erheblich. Die empfohlene Arbeitstemperatur liegt ungefähr zwischen +20 und +25 °C, maximal etwa 27 °C.
Arbeiten Sie in einer kühleren Umgebung, ist der Einsatz von Heizung oder Luftwärmer sinnvoll. Dieser sollte jedoch nicht auf voller Leistung laufen – wichtiger als schnelles Aufheizen ist die stabile Temperatur während der gesamten Verarbeitungs- und Aushärtezeit.
Weißer Film auf Harz kann durch hohe Luftfeuchtigkeit entstehen
Übermäßige Verwendung von Farbstoffen, Zusätzen und Alkohol
Eine weitere häufige Ursache für Probleme mit Epoxidharz ist die übermäßige oder ungeeignete Verwendung von Farbstoffen, Effektpigmenten und anderen Zusätzen. Alle diese Komponenten, einschließlich Alkohol oder Sprays zur Blasenentfernung, sollten ausschließlich in der vom Hersteller empfohlenen Menge verwendet werden.
Bei neuen Farbstoffen empfiehlt sich immer ein Test an einer kleinen Harzmenge. Verwenden Sie niemals Farbstoffe mit Wasser-, Silikon- oder Ölanteil. Diese Stoffe können nicht nur Flecken und Schrumpfung im Epoxidharz verursachen, sondern auch eine schlechte Aushärtung oder unkontrollierte exotherme Reaktionen.
Verwendung großer Gasbrenner
Der Einsatz großer Gasbrenner mit austauschbarer Kartusche kann die Bildung eines unerwünschten Films auf Epoxidharz begünstigen. Diese Brenner erzeugen bei Betrieb eine höhere Menge CO₂, das negativ mit der Harzoberfläche reagieren kann.
Bessere Alternativen sind kleine Hand-Brenner-Zünder, die präziser und sicherer arbeiten und für die Blasenentfernung völlig ausreichend sind.
Wie man Defekte bei Epoxidharz unter schwierigen Bedingungen verhindert
Wenn Sie in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit oder niedriger Temperatur arbeiten, gibt es mehrere Möglichkeiten, das Risiko von Oberflächenfehlern im Epoxidharz deutlich zu reduzieren:
1. Statten Sie Ihre Werkstatt mit Klimaanlage, Luftentfeuchter oder einem anderen System zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit aus.
2. Arbeiten Sie und lassen Sie das Harz in der Nähe einer stabilen Wärmequelle aushärten.
3. Verwenden Sie widerstandsfähigere Harze, die getestet wurden und problemlos auch bei etwa 60 % Luftfeuchtigkeit funktionieren: Fluid, 5-five und Sea&Geode.
4. Die Technik der Vor-Katalyse (Erwärmen des gemischten Harzes) ist eine weitere Möglichkeit, die Bildung eines Oberflächenfilms zu verhindern. Diese Methode empfehlen wir jedoch nur erfahrenen Anwendern und nur für kleine Harzmengen (ca. 100 g), um eine starke exotherme Reaktion und Zeitverlust für sicheres Gießen zu vermeiden.
Wie man Defekte im Epoxidharz repariert
Die Reparatur von Defekten im Epoxidharz hängt hauptsächlich von Art und Umfang der Schäden ab. Häufige Probleme sind Flecken, Oberflächenschrumpfung, matter oder weißlicher Film und kleine Unebenheiten. In den meisten Fällen muss das Produkt nicht entsorgt werden, die Oberfläche kann erfolgreich repariert werden.
- Hat sich nur ein dünner Film oder leichte Schrumpfung gebildet, kann dieser nach vollständiger Aushärtung mechanisch entfernt werden. Üblich ist feines Schleifen mit Schleifpapier von P320–P600, anschließend nach Bedarf zu noch feineren Körnungen. Nach dem Schleifen sollte die Oberfläche entfettet und eine neue dünne Harzschicht aufgetragen werden, um die Oberfläche zu vereinheitlichen.
- Bei tieferen Flecken, Unebenheiten oder schlecht ausgehärtetem Harz muss die betroffene Stelle bis auf eine feste, korrekt ausgehärtete Schicht abgeschliffen werden. Danach kann die Oberfläche unter Beachtung der richtigen Bedingungen – insbesondere geeignete Temperatur und niedrige Luftfeuchtigkeit – erneut mit frischem Harz übergossen werden.
- Ist der Defekt durch hohe Luftfeuchtigkeit entstanden, ist vor der Reparatur eine stabile Umgebung entscheidend. Reparaturen immer in einem trockenen und warmen Raum durchführen, sonst kann das Problem erneut auftreten.
- Bei stark beschädigten oder klebrigen Oberflächen, bei denen das Harz nicht richtig ausgehärtet ist, bleibt oft nur die vollständige Entfernung der fehlerhaften Schicht als zuverlässige Lösung. Ein solcher Defekt signalisiert in der Regel einen grundlegenden Fehler beim Mischverhältnis, den Einsatz ungeeigneter Zusätze oder extreme Bedingungen während der Aushärtung.
