Epoxidharz-Schichtung und Kombination verschiedener Harztypen

In diesem Artikel schauen wir uns genauer an, wie man Harz schichtet und ob es möglich ist, verschiedene Harzarten – auch Epoxid- und UV-Harz – zu kombinieren. Das Kombinieren verschiedener Harzarten sowie das Schichten von Harz ist in der Praxis üblich, unterliegt jedoch klaren Regeln.

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Wann und wie kann ich Harz schichten?

  1. Schichtung mit sichtbarer Fuge

    Diese Art der Schichtung ist sinnvoll, wenn wir zunächst eine farbige Schicht gießen und anschließend entweder eine andersfarbige oder eine transparente Schicht darauf auftragen. Typisch ist dies beispielsweise beim Gießen von Pyramiden oder bei Produkten mit farbigem Untergrund, in dem Gegenstände eingelegt sind, die unter einer transparenten Schicht sichtbar bleiben sollen. In diesem Fall möchten wir nicht, dass sich die Schichten miteinander vermischen.

    Wie erreichen wir das? Ganz einfach: Wir lassen die erste Schicht vollständig gemäß der angegebenen Aushärtezeit aushärten. Wenn sie sich noch leicht einritzen lässt, aber nicht mehr klebt oder Fäden zieht – also nicht mehr fließt – können wir die zweite Schicht gießen.

    Die vorherige Schicht muss nicht angeschliffen oder entfettet werden (sofern sie nicht mit den Händen berührt oder mit Öl bzw. Polierpaste behandelt wurde). Die nächste Schicht haftet dauerhaft daran. Solche Schichten lassen sich später nicht mehr voneinander trennen.

    Tablett mit Trockenblumen
    Beispielbild
  2. Schichtung ohne sichtbare Fuge

    Wenn wir einen schwebenden Effekt erzeugen möchten – also den Eindruck, dass ein Objekt mitten im Harz schwebt – müssen wir anders vorgehen. Hier darf kein sichtbarer Übergang entstehen. Die zweite Schicht wird daher in der Gelphase der ersten Schicht aufgetragen.

    Die Gelphase ist der Zustand während der Aushärtung, in dem das Harz nicht mehr flüssig, aber noch nicht vollständig ausgehärtet ist. Es hat die Konsistenz eines dicken Gels oder zähflüssigen Honigs. Wird die nächste Schicht genau in diesem Moment gegossen, verbinden sich beide Schichten chemisch miteinander und der Übergang bleibt unsichtbar.


    Theoretisch klingt das einfach, in der Praxis erfordert es jedoch Übung. Der richtige Zeitpunkt hängt von vielen Faktoren ab: Umgebungstemperatur, Materialmenge, Art des verwendeten Harzes (jedes System härtet unterschiedlich schnell) sowie Gewicht des eingelegten Objekts. Testen Sie daher zunächst mit ersetzbaren Gegenständen ohne emotionalen Wert – ausgehärtetes Harz lässt sich nicht zerstörungsfrei entfernen.

    Schlüssel in Harz eingegossen
    Beispielbild

Kann ich beim Schichten verschiedene Harzarten kombinieren?

Wenn mehrere Harztypen zur Verfügung stehen oder wir zunächst eine dicke und anschließend eine dünne Schicht gießen möchten, können unterschiedliche Harze verwendet werden – jedoch nur, wenn die vorherige Schicht vollständig ausgehärtet ist. Es ist nicht möglich, verschiedene Harze zu kombinieren, wenn die erste Schicht noch ganz oder teilweise flüssig ist. Sobald die Oberfläche fest, glatt und nicht mehr klebrig ist, kann ein anderes Harz aufgetragen werden.

Unterschiedliche Epoxidharzsysteme haben verschiedene chemische Zusammensetzungen und Reaktionsgeschwindigkeiten. Würde neues Material auf eine nicht vollständig ausgehärtete Schicht eines anderen Systems gegossen, kann dies die Struktur der unteren Schicht stören und deren Aushärtung negativ beeinflussen.

Kann ich UV-Harz mit Epoxidharz kombinieren?

Ein spezieller Fall ist die Kombination von UV-Harz und Epoxidharz. In der Praxis wird sie vor allem dann eingesetzt, wenn ein Element schnell fixiert werden muss – beispielsweise eine kleine Dekoration, ein Stein oder ein Metallteil.

Das Vorgehen ist einfach: Das Element wird mit UV-Harz an der gewünschten Stelle fixiert und mit einer UV-Lampe ausgehärtet. Das UV-Harz härtet innerhalb weniger Minuten aus und hält das Objekt sicher fest. Sobald es ausgehärtet ist, kann nahezu sofort Epoxidharz darüber gegossen werden. Das Epoxid dient anschließend als tragende und finale Schicht.

Wichtig ist jedoch, dass UV-Harz nur in dünner Schicht und ausschließlich als Fixierhilfe verwendet wird. Es sollte keine dicke konstruktive Zwischenschicht unter einer großen Epoxidmenge bilden.

Zusammenfassung

  • Ein anderer Harztyp darf erst auf eine vollständig ausgehärtete Schicht aufgetragen werden.
  • Ein unsichtbarer Übergang ist nur bei Verwendung desselben Systems und Auftrag in der Gelphase möglich.
  • UV-Harz eignet sich ideal als schnelle Fixierhilfe vor dem endgültigen Verguss mit Epoxid.

Wenn diese Regeln beachtet werden, lassen sich verschiedene Harze sicher kombinieren – ohne Risiko von Rissen, Ablösungen oder anderen unangenehmen Überraschungen.