Häufige Probleme beim Kerzenbrennen – Teil 1: Tunnelbildung
Tunnelbildung ist eines der häufigsten Probleme bei der Herstellung und Verwendung von Kerzen. Die Kerze brennt nur in der Mitte ab, wobei an den Seiten hartes Wachs zurückbleibt und ein tiefer "Tunnel" entsteht. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern verkürzt auch unnötig die Lebensdauer der Kerze und verschwendet Wachs.
Die gute Nachricht? Tunnelbildung lässt sich in den meisten Fällen leicht verhindern - und oft auch beheben. Lassen Sie uns darüber sprechen, warum sie auftreten und was man dagegen tun kann.
##MEDAILONEK_DE_001##
Was ist Kerzen-Tunneling
Tunnelbildung bedeutet, dass nicht die gesamte Oberfläche der Kerze beim Abbrennen schmilzt, sondern nur die Mitte um den Docht. Das kalte, ungeflochtene Wachs bleibt an den Seiten.
Eine richtig brennende Kerze sollte ein gleichmäßiges Bad aus geschmolzenem Wachs an den Seiten des Behälters bilden.

Warum eine Kerze tunnelt
Tunnelbildung hat mehrere typische Ursachen. Oft kommen mehrere Faktoren auf einmal zusammen.
- Docht zu schwach
Der häufigste Grund für das Tunneln. Der Docht hat nicht genug Kraft und die Flamme erzeugt nicht genug Hitze, so dass das Wachs nur in der Mitte schmilzt.
- Schlecht gewählter Docht zum Wachstyp
Jedes Wachs brennt anders. Soja- und Rapswachse brauchen meist einen dickeren Docht oder mehrere Dochte, Paraffinwachs brennt leichter. Wenn Sie denselben Docht für verschiedene Wachse verwenden, kann das Ergebnis sehr unterschiedlich ausfallen.
- Zu kurze erste Brenndauer
Das erste Anzünden einer Kerze ist absolut entscheidend. Wenn Sie die Kerze ausblasen, bevor das Wachs auf der gesamten Oberfläche geschmolzen ist, "merkt" sich die Kerze den engen Tunnel und wird beim nächsten Anzünden nur noch tiefer.
Die Faustregel lautet: 1 Stunde Brenndauer pro 1 cm Kerzendurchmesser. Nach dem ersten Anzünden muss man die Kerze also länger brennen lassen.
- Zugluft und kalte Umgebung
Ein offenes Fenster, ein Luftzug oder ein kalter Raum beeinträchtigen das richtige Abbrennen einer Kerze. Die Flamme wird abgelenkt oder brennt schlecht und die Wärme wird nicht gleichmäßig verteilt.
Wie man den Tunnelbau von Kerzen verhindert
- Wählen Sie immer den richtigen Docht für den Durchmesser der Kerze, berücksichtigen Sie die Art des Wachses und ziehen Sie mehrere Dochte für breitere Kerzen in Betracht. Wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken, ist ein etwas dickerer Docht oft besser.
- Geben Sie der Kerze viel Zeit, wenn sie zum ersten Mal brennt. Lassen Sie die Kerze brennen, bis das Wachs an den Wänden schmilzt. So schaffen Sie die richtige Grundlage für alle nachfolgenden Zündungen.

- Den Docht vor dem Anzünden kürzen. Die ideale Länge ist 3-5 mm. Langer Docht = instabile Flamme.

- Lassen Sie die Kerze ohne Zugluft brennen. Stabile Flamme = gleichmäßiges Schmelzen des Wachses
Wie man eine tunnelnde Kerze repariert
Auch wenn die Kerze bereits tunnelt, ist sie noch nicht verloren.
💡 Die Folienmethode
- Wickeln Sie die Kerze oben mit Folie ein
- Lassen Sie ein Loch über dem Docht
- Die Kerze anzünden und brennen lassen
Die Hitze prallt zurück und das Wachs schmilzt nach und nach bis zum Rand.
💡 Verwendung einer Heißluftpistole
- Sanftes Erhitzen der Wachsoberfläche
- Die oberste Schicht glätten
Ideal vor allem für Kerzen in Glasbehältern.
➡️ Fortsetzung der Serie:
In der nächsten Folge werfen wir einen Blick auf warum eine Kerze raucht, spritzt oder ausgeht und wie man diese Probleme beheben kann.
