Warum ist mein Epoxidharzprodukt noch flexibel?
Bleibt das Harz nach Ablauf der empfohlenen Aushärtezeit noch flexibel oder sogar gummiartig? Dieses Problem hat immer eine konkrete Ursache. Schauen wir uns die häufigsten Gründe an, warum Epoxidharz nicht richtig aushärtet, und wie Sie dies zukünftig vermeiden können.
Falsches Mischverhältnis von Komponente A und B
Ein falsches Verhältnis der Komponenten A und B ist die häufigste Ursache für flexible oder nicht ausgehärtete Harzprodukte. Epoxidharz muss stets genau nach dem auf der Verpackung angegebenen Verhältnis abgewogen werden.
Wichtig ist, dass das Verhältnis nach Gewicht und nicht nach Millilitern angegeben ist. Das Abmessen anhand der Skala eines Bechers ist daher nicht zulässig. Achten Sie außerdem auf eine korrekt kalibrierte Waage mit funktionierenden Batterien – eine Waage, die gefallen ist oder schwache Batterien hat, kann ungenau wiegen.
Falsches Mischen des Harzes
Selbst bei korrektem Mischverhältnis kann das Ergebnis flexibel bleiben, wenn das Harz nicht ausreichend gerührt wird. Das Harz muss mehrere Minuten lang gründlich gemischt werden.
Das Material sollte kontinuierlich von den Wänden und dem Boden des Behälters abgeschabt werden und sowohl im Uhrzeigersinn als auch gegen den Uhrzeigersinn gerührt werden. Nach dem ersten Mischen empfiehlt es sich, das Harz in einen neuen, sauberen Behälter zu gießen und erneut zu mischen. Genau dieses doppelte Rühren reduziert das Risiko einer gummiartigen Gießform deutlich.
Eingießen von nicht getrockneten Blumen oder feuchtigkeitshaltigen Materialien
Wasser, das in frischen oder nicht ausreichend getrockneten Blumen enthalten ist, kann den Aushärtungsprozess des Harzes erheblich stören. Das Harz kann aufschäumen, den Glanz verlieren oder flexibel bleiben.
Dieses Problem betrifft nicht nur Blumen, sondern alle feuchtigkeitshaltigen Materialien. Vor dem Eingießen müssen Dekorationen daher vollständig trocken sein.
Verwendung von Acryl- oder Ölfarben
Acryl- und Ölfarben sind nicht für die Färbung von Harz geeignet. Acrylfarben enthalten Wasser, Ölfarben hingegen Trennmittel, die die chemische Reaktion des Harzes negativ beeinflussen können.
Im besten Fall härtet das Harz nicht richtig aus, im schlimmsten Fall kann es zu einer exothermen Reaktion kommen. Verwenden Sie zum Färben immer speziell für Harz geeignete Farbstoffe.
Falsche Temperatur von Material und Umgebung
Für eine korrekte Aushärtung des Harzes ist sowohl die Temperatur des Materials als auch der Umgebung entscheidend. Der empfohlene Temperaturbereich ist stets beim jeweiligen Produkt angegeben.
Bei zu niedriger oder zu hoher Temperatur kann das Harz nur teilweise aushärten, flexibel bleiben oder ungleichmäßig härten.
Zu große Menge an Farbstoff
Jeder Farbstoff hat eine maximale Menge, die dem Harz zugesetzt werden darf. Wird diese Menge überschritten, wird die chemische Reaktion gestört und das Harz härtet möglicherweise nicht richtig aus.
Das Ergebnis kann ein flexibles, klebriges oder sogar flüssiges Produkt sein. Halten Sie sich daher stets an die empfohlene Dosierung des jeweiligen Farbstoffs.
Verwendung eines Harzes, das für die Art des Gießens ungeeignet ist
Einige Harze sind nicht für dünne Schichten geeignet und können in ihnen auch nach dem Aushärten flexibel bleiben. Arbeiten Sie mit flachen oder dünnen Gießformen, stellen Sie sicher, dass das ausgewählte Harz für diese Anwendung geeignet ist.
Wir empfehlen immer, in der Produktbeschreibung zu prüfen, ob das Harz für den beabsichtigten Produkttyp geeignet ist.
Zu kurze Aushärtezeit
Harz kann auch flexibel bleiben, wenn ihm nicht genug Zeit zum vollständigen Aushärten gegeben wurde. Einige Harze wirken zwar oberflächlich hart, haben aber tatsächlich noch nicht ihre endgültigen mechanischen Eigenschaften erreicht.
Halten Sie die vom Hersteller empfohlene Aushärtezeit ein und beachten Sie, dass die vollständige Aushärtung mehrere Tage dauern kann. Ein vorzeitiges Handling des Produkts kann zu Verformungen oder dauerhafter Flexibilität führen.
Wenn Sie bereits ein flexibles Harzprodukt hergestellt haben, kann dieses leider nicht nachträglich korrigiert werden. Die Beachtung der oben genannten Richtlinien reduziert jedoch das Risiko von nicht ausgehärtetem Harz erheblich, sodass Sie beim nächsten Mal ein perfektes Gussresultat erzielen können.
