Wie man Blumen in Epoxidharz eintopft
Getrocknete Blumen in Epoxidharz sehen wunderschön aus, doch der Weg von der getrockneten Pflanze zum fertigen Produkt hat seine Tücken. In diesem Artikel geht es nicht um das Mischen des Harzes, sondern um das, was in der Form passiert: warum Blumen wirklich trocken sein müssen, wie man die erste Schicht richtig erstellt, wie man Blasen und das Aufschwimmen verhindert und wie man das Produkt so gießt, dass die Blume genau in der Mitte platziert ist.
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Warum Blumen vollkommen trocken sein müssen
Wasser und Epoxidharz vertragen sich nicht. Wenn Sie eine unzureichend getrocknete Blume in das Harz legen, reagiert die im Pflanzengewebe enthaltene Feuchtigkeit mit dem Harz. Das Ergebnis ist ein weißer, schimmelähnlicher Film direkt um die Blume, den man nicht mehr entfernen kann, oder eine andere Zersetzung der Pflanze, einschließlich Braunfärbung.
Neben dem weißen Film und der Beschädigung der Blume besteht auch die Gefahr einer beschleunigten Aushärtung am Kontaktpunkt mit der Feuchtigkeit, was zu lokaler Überhitzung (exotherme Reaktion) und Verformung des Produkts führen kann.
Wie lange sollte man trocknen? Flache Blätter und dünne Blütenblätter können innerhalb von 2-3 Wochen in einem Buch oder in Kieselgel getrocknet werden. Ganze Blüten, wie Rosen oder Pfingstrosen, brauchen länger, oft 4-6 Wochen. Kieselgel verkürzt die Trocknungszeit erheblich, da es Feuchtigkeit aktiv absorbiert.
Achtung: Auch eine optisch trockene Blume muss im Inneren nicht vollständig trocken sein. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sie lieber eine Woche länger trocknen. Das Ergebnis ist es wert.
💡 Tipp: Wenn Sie keine eigenen Blumen haben, verzweifeln Sie nicht. Sie können Blumen kaufen, die bereits für das sofortige Eingießen in Harz vorbereitet sind.
Warum man die Blume nicht direkt auf den Boden der Form legen sollte
Das intuitive Vorgehen – Blume in die Form legen und Harz darübergießen – hat ein großes Problem. Das Harz gelangt nur sehr schwer oder gar nicht unter die flache Oberfläche der Blume (z. B. ein gepresstes Blatt). Unter der Blume bleibt eine Lufttasche zurück, die nach dem Aushärten als Loch im Produkt erscheint.
Der richtige Ablauf ist anders:
- Gießen Sie eine dünne Basisschicht Harz, 2-4 mm reichen aus.
- Erst dann legen Sie die Blume auf diese Schicht. Legen Sie sie schrittweise von einer Seite über die Mitte zur anderen Seite auf. So verhindern Sie, dass beim Einlegen Luft eingeschlossen wird.
- Drücken Sie die Blume vorsichtig an (mit einem Handschuh, Spatel oder Zahnstocher), damit sie auf der Unterlage haftet.
- Prüfen Sie auf Blasen und gießen Sie erst dann die finale Schicht.

Blasen unter der Blume und wie man sie loswird
Selbst wenn Sie die Blume auf eine zuvor gegossene Schicht legen, kann sich unter zarten Blütenblättern oder in der Mitte der Blüte Luft verfangen. Luftblasen wären nach dem Aushärten als kleine transparente Taschen oder sogar Löcher im Produkt sichtbar.
So gehen Sie vor:
- Nachdem Sie die Blume auf die Harzschicht gelegt haben, drücken Sie sie vorsichtig an. Drücken Sie die Blume zur unteren Harzschicht und schieben Sie die Luft zu den Rändern.
- Bei stabilisierten Blumen (mit Glycerin behandelt) müssen Sie damit rechnen, dass sie etwas Farbe an das Harz abgeben können. Wir empfehlen, diese zuerst mit einem Pinsel dünn mit Harz zu bestreichen, aushärten zu lassen und erst dann in die Form zu legen.
Aufschwimmen: Warum es passiert und wie man es kontrolliert
Harz ist dichter als die im Pflanzengewebe eingeschlossene Luft, daher schwimmen leichtere oder luftige Materialien (getrockneter Löwenzahn, dünne Blättchen, hohle Stängel) im flüssigen Harz oben. Wenn Sie die gesamte Form auf einmal füllen, landet die Blume oft oben und nicht dort, wo Sie sie haben wollten.
Lösung Nr. 1 – Gelierung überwachen und fixieren:
Harz durchläuft während der Aushärtung eine Gelierphase, in der es nicht mehr flüssig, aber noch nicht fest ist. Es hat die Konsistenz von dickflüssigem Honig oder Gel. Kontrollieren Sie die eingegossene Blume regelmäßig und drücken Sie sie an ihren Platz zurück. Nach und nach wird das Harz sie festhalten. Wann genau die Gelierung eintritt, hängt von der Temperatur, der Harzmenge und dem spezifischen Produkt ab. Bei 24-Stunden-Harzen ist dies etwa nach einer Stunde der Fall, bei langsam aushärtenden Harzen liegt die Zeit zwischen 12 und 24 Stunden.
Lösung Nr. 2 – Mit UV-Harz fixieren:
Fixieren Sie die Blume mit einem Tropfen UV-Harz an der unteren Schicht (oder der Wand der Form) und lassen Sie es mit einer UV-Lampe aushärten. UV-Harz härtet in wenigen Minuten aus und hält bombenfest. Dann können Sie das Epoxidharz ohne Risiko eingießen. Dieses Verfahren eignet sich gut für 3D-Blumen wie ganze Rosen. Für flache Blumen ist es weniger geeignet (siehe Lufteinschluss oben).
Die gute Nachricht ist, dass eine solche Fixierung im Produkt oft unsichtbar bleibt, da sich ausgehärtetes UV-Harz wunderbar und untrennbar mit dem Epoxidharz verbindet.
Lösung Nr. 3 – In Schichten gießen:
Möchten Sie die Blume genau in der Mitte des Produkts haben? Dann ist das Gießen in zwei Etappen der einzige zuverlässige Weg.
1. Ohne sichtbare Trennlinie
- Gießen Sie die erste Schicht bis etwa zur Hälfte der Form. Lassen Sie sie bis zur Gelierphase aushärten (dickes Gel, zieht keine Fäden mehr, ist aber noch nicht fest).
- Legen Sie die Blume auf die gelierte Schicht. Die Gel-Konsistenz hält sie fest – sie sinkt nicht ein und schwimmt nicht auf.
- Gießen Sie sofort die zweite Schicht Harz auf. Da die erste Schicht noch im Gelstadium ist, verbinden sich beide Schichten nahtlos, und der Übergang wird nicht sichtbar sein.
2. Mit sichtbarer Trennlinie
Legen Sie die Blumen in einer beliebigen Phase der Aushärtung ein. Lassen Sie sie vollständig aushärten und gießen Sie dann die nächste Schicht. Der Übergang wird von der Seite als feine Linie sichtbar sein. Bei flachen Produkten (Untersetzer, Schmuck) fällt das meist nicht auf, aber bei transparenten 3D-Objekten wie Würfeln wirkt es störend.
Achtung: Die Gelierung lässt sich nicht exakt planen – sie hängt von der Raumtemperatur, der Harzmenge und dem Produkt ab. Bleiben Sie in der Nähe der Form und prüfen Sie regelmäßig die Konsistenz.
Welche Blumen können Probleme bereiten?
Die häufigste Enttäuschung beim Eingießen bereiten Blumen in Blau- und Lilatönen. Ihre Farbe ist chemisch instabil – die verantwortlichen Pigmente (Anthocyane) reagieren empfindlich auf pH-Wert-Änderungen und UV-Strahlung. Harz ist leicht sauer, daher können selbst perfekt getrocknete Kornblumen oder Lavendel nach Wochen oder Monaten braun oder grau werden. Dies ist kein Fehler beim Trocknen, sondern eine natürliche Eigenschaft dieser Pigmente.
Am stabilsten bleiben weiße, cremefarbene und gelbe Blumen. Um das Verblassen zu verlangsamen, helfen Harze mit UV-Filter und die Lagerung außerhalb von direktem Sonnenlicht.
Zusammenfassung: Was man sich merken sollte
- Blumen müssen wirklich trocken sein – Feuchtigkeit verursacht einen weißen Film oder Verfärbungen.
- Nicht direkt auf den Boden legen – erst eine dünne Basisschicht gießen, um Lufttaschen zu vermeiden.
- Aufschwimmen durch Überwachung der Gelierung, Schichtung oder Fixierung mit UV-Harz lösen.
- Für eine perfekte Platzierung in der Mitte in Schichten gießen.
Haben Sie Fragen? Schreiben Sie uns – wir beraten Sie gerne.
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